Ziel ist es, die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zu stärken, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu erarbeiten. Initiiert wurden die Arbeitskreise durch das Gesundheitsamt des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Die Moderation und Koordination übernimmt Nicolas Schmidschneider, Psychologe des Sozialpsychiatrischen Dienstes und Psychiatriekoordinator des Eifelkreises Bitburg-Prüm.
Die drei Arbeitskreise setzen unterschiedliche Schwerpunkte:
Arbeitskreis „Krisenversorgung und Notfallstruktur“: Im Mittelpunkt stehen die Versorgung von Menschen in akuten psychischen Krisen sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen in psychiatrischen Not- und Krisensituationen. Ziel ist es, bestehende Abläufe und Schnittstellen zu betrachten und Möglichkeiten für eine möglichst verlässliche und abgestimmte Versorgung zu entwickeln.
Arbeitskreis „Erwachsene mit psychischen Erkrankungen“: Dieser Arbeitskreis befasst sich mit der Weiterentwicklung der Unterstützungs- und Versorgungsangebote für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der besseren Abstimmung der bestehenden Hilfen und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen und Diensten.
Arbeitskreis „Ältere Menschen“: Der dritte Arbeitskreis widmet sich den besonderen psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungsbedarfen älterer Menschen. Dabei sollen insbesondere die spezifischen Herausforderungen dieser Zielgruppe sowie die Anforderungen an eine bedarfsgerechte und gut vernetzte Versorgung in den Blick genommen werden.
Ein zentraler Schwerpunkt aller drei Arbeitskreise ist die Vernetzung. Zahlreiche Einrichtungen und Institutionen aus dem Eifelkreis bringen aktiv ihre unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und Erfahrungen ein. Dazu gehören unter anderem das Gemeindepsychiatrisches Betreuungszentrum Bitburg, das La Casita, das Euro BBW, das Marienhaus Klinikum Bitburg und Gerolstein, die Sozial- und Ordnungsämter, der Sozialpsychiatrische Dienst, der Sozialdienst Kath. Frauen und Männer, das Haus Eifelhöhe, die Polizeiinspektion Bitburg und Prüm, EuWeCo, die Barmherzige Brüder Schönfelderhof, das Deutsche Rote Kreuz Bitburg-Prüm, die Schwangerenberatungsstelle Donum vitae, die Gemeindeschwestern plus sowie der Caritasverband Westeifel.
Durch die Zusammenarbeit entsteht ein fachübergreifendes Netzwerk, in dem Erfahrungen aus der täglichen Praxis zusammengeführt und gemeinsame Lösungsansätze entwickelt werden können. Dabei sollen insbesondere Schnittstellen zwischen den verschiedenen Einrichtungen verbessert, Kommunikationswege gestärkt und Zuständigkeiten transparenter gestaltet werden.
Die Arbeitskreise sollen künftig regelmäßig zusammenkommen und eine dauerhafte Plattform für fachlichen Austausch und gemeinsame Weiterentwicklung bilden. So sollen die vorhandenen Kompetenzen und Angebote im Eifelkreis noch besser miteinander verknüpft und die gemeindepsychiatrische Versorgung langfristig weiterentwickelt werden.
„Eine gute gemeindepsychiatrische und psychosoziale Versorgung kann verbessert werden, wenn die verschiedenen Institutionen miteinander im Austausch stehen und ihre jeweiligen Kompetenzen zusammenbringen. Die neuen Arbeitskreise schaffen hierfür eine wichtige Plattform und bieten die Möglichkeit, gemeinsam konkrete Verbesserungen für die Versorgung im Eifelkreis zu entwickeln. Gleichzeitig müssen auch die bestehenden strukturellen Probleme im Eifelkreis Bitburg-Prüm klar benannt werden. Dazu zählen insbesondere der gravierende Mangel an Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie sowie fehlende Kassensitze für ambulante Psychotherapie. Diese Versorgungsengpässe stellen eine erhebliche Herausforderung für alle beteiligten Akteure dar und lassen sich allein durch eine bessere Kooperation nicht lösen“, erklärt Nicolas Schmidschneider.
Mit dem Start der drei Arbeitskreise ist damit ein weiterer wichtiger Schritt getan, die gemeindepsychiatrische und psychosoziale Versorgung im Eifelkreis zu stärken und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure nachhaltig zu fördern.

