Foto: Kreisverwaltung
Wer durch Bauvorhaben oder andere Eingriffe erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft verursacht, muss diese nach den Vorgaben des Naturschutzrechts ausgleichen. Bei hohen Bauwerken wie Windenergieanlagen oder Sendemasten ist dies insbesondere beim Landschaftsbild nur begrenzt möglich. Für verbleibende Beeinträchtigungen werden Ersatzzahlungen an die Stiftung Natur und Umwelt geleistet. Der betroffene Landkreis kann diese Mittel innerhalb von drei Jahren für Naturschutzprojekte in der eigenen Region abrufen und vor Ort binden, bevor es in ein allgemeines, großräumigeres “Naturraumkonto” der Stiftung einfließt.
Mit einem bewilligten Förderantrag bei der Stiftung Natur und Umwelt in Mainz kann nun die Entwicklung artenreicher Wiesenflächen bei Gransdorf unterstützt werden. Ziel ist es, wertvolle Offenlandlebensräume zu erhalten, die biologische Vielfalt zu fördern und das Landschaftsbild aufzuwerten. Das Projekt umfasst rund sieben Hektar auf zwei Flurstücken am Wacholderberg in Gransdorf. Die Flächen bestehen aus Wiesen, naturnahen Hecken und einer kleinen Waldinsel. Während Teile der Fläche aufgrund längerer Nutzungsaufgabe zunehmend verbuschen, wird ein angrenzender Bereich so intensiv genutzt, dass sich seine Potenziale für eine artenreiche Wiese bislang nicht entfalten können.
Artenreiche Magerwiesen bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren Nahrung und Lebensraum. Schmetterlinge, andere Insekten, Vögel, Fledermäuse und Reptilien profitieren von der Vielfalt unterschiedlicher Strukturen. Doch solche Lebensräume gehen sowohl durch intensive Bewirtschaftung als auch durch die Aufgabe der Nutzung zunehmend verloren.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind umfangreiche Maßnahmen geplant. Dazu gehören die Entbuschung und anschließende extensive Pflege der Wiesen, der fachgerechte Schnitt und die Pflege der Hecken sowie die ökologische Aufwertung der kleinen Waldfläche. Die intensiv genutzte Teilfläche soll ausgemagert und durch einzelne Baumpflanzungen ergänzt werden. Totholz- und Lesesteinhaufen schaffen zusätzliche Rückzugs- und Lebensräume.
Durch das Zusammenspiel vielfältiger Landschaftselemente soll ein artenreiches Mosaik entstehen, das seltenen und schutzbedürftigen Arten zugutekommt und attraktive Blühaspekte hervorbringt. Davon profitieren nicht nur Natur und Artenschutz, sondern auch das Landschaftsbild und die Menschen, die die Umgebung zur Erholung nutzen.
Das Projekt zeigt: Naturschutzmittel aus dem Eifelkreis können direkt dazu beitragen, die heimische Natur zu bewahren und wertvolle Lebensräume für kommende Generationen zu sichern.

