Wie kann die psychiatrische und psychosoziale Versorgung im Eifelkreis Bitburg-Prüm nachhaltig gestärkt und weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage befassten sich die Teilnehmenden der Sitzung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) am 27. Oktober 2026. Vertreterinnen und Vertreter aus Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, geplante Maßnahmen vorzustellen und sich über Herausforderungen in der Versorgung auszutauschen.
An der PSAG nahmen unter anderem die psychiatrische Tagesklinik Bitburg, die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Gerolstein, die Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentren (GBPZ) in Bitburg und Prüm, das Regionale Betreuungszentrum (RBZ) Bitburg, der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) / das Gesundheitsamt des Eifelkreises, die Polizei Bitburg und Prüm, das Sozialamt der Kreisverwaltung, das Europäische Berufsbildungswerk (Euro-BBW), die Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS), der Caritasverband Westeifel, La Casita Jugendhilfeeinrichtung (DRK), die AWO-Suchthilfe, der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) Bitburg, EuWeCo, die Westeifel Werke, das Haus Eifelhöhe, das Amtsgericht Bitburg, die Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Bitburg-Prüm, der WEISSE RING und die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung teil.
Zu Beginn gab Nicolas Schmidschneider, Psychologe im Sozialpsychiatrischen Dienst und Psychiatriekoordinator des Eifelkreises Bitburg-Prüm, einen Überblick über die für das kommende Jahr geplanten Maßnahmen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gründung eines Psychiatriebeirats. Dieses kommunale Gremium soll die Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung im Kreis begleiten und den Landkreis bei entsprechenden Fragestellungen beraten. Darüber hinaus sind Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen geplant. Dazu gehört unter anderem die neue Veranstaltungsreihe „Psyche im Gespräch“, die dazu beitragen soll, das Thema psychische Gesundheit stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und den Austausch darüber zu fördern. Schmidschneider informierte außerdem über den aktuellen Stand des Psychiatrieberichts. Dieser soll die bestehende psychiatrische und psychosoziale Versorgungssituation im Eifelkreis Bitburg-Prüm abbilden und eine Grundlage für die zukünftige Planung und Weiterentwicklung der Angebote schaffen.
Psychische Gesundheit im Arbeitsleben und ehrenamtliches Engagement
Im Anschluss an die Vorstellung der geplanten Maßnahmen referierte der Wirtschaftspsychologe Tim Can Wernig zum Thema „Psychisches Wohlbefinden am Arbeitsplatz“. Dabei stand die Bedeutung psychischer Gesundheit im beruflichen Umfeld im Mittelpunkt. Anschließend stellte Hajo Jakoby die Arbeit des WEISSEN RINGS e. V. sowie die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) als Bereiche ehrenamtlichen Engagements im Eifelkreis vor. Der Beitrag verdeutlichte die Bedeutung ergänzender Unterstützungsangebote für Menschen in belastenden Lebenssituationen und nach einschneidenden Ereignissen.
Positive Entwicklungen und dringender Handlungsbedarf
Den Abschluss der Sitzung bildete ein gemeinsamer fachlicher Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Versorgung. Dabei stellte Marie Meisel, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Gerolstein, die jüngsten Umstrukturierungen und Entwicklungen am Standort Gerolstein vor. Die aktuellen Entwicklungen und Umstrukturierungen in der Psychiatrie Gerolstein werden von den beteiligten Akteuren sehr positiv bewertet. Gleichzeitig wurde im Austausch deutlich, dass die ambulante psychiatrische Versorgung im Eifelkreis Bitburg-Prüm vor erheblichen Herausforderungen steht. Für den gesamten Kreis steht derzeit lediglich ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie für die ambulante Versorgung zur Verfügung. Angesichts dieser angespannten Ausgangslage besteht die Gefahr, dass sich die Versorgungssituation in den kommenden Jahren weiter verschärft.

