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30 Jahre Zusammenarbeit mit dem Schönfelderhof

Von links: Nicolas Schmidschneider (Psychologe und Psychiatriekoordinator), Jürgen Leitzgen (Kaufmännischer Direktor), Rainer Klippel (Direktor Teilhabe), der Erste Kreisbeigeordnete Michael Ludwig, Sonja Ewertz (Amtsleiterin Soziales), Dr. Janik Jung (Direktor Unternehmenskultur). Foto: Kreisverwaltung


Im Januar 1996 trat in Rheinland-Pfalz ein neues Gesetz zur Versorgung psychisch kranker Menschen (heute Menschen mit seelischer Beeinträchtigung) in Kraft, wonach diese künftig gemeindenah, also in ihren Wohnorten und Landkreise psychiatrische Hilfen bekommen sollten. Bis dahin wurden diese Menschen ausschließlich in den großen zentralen Landeskrankenhäusern, wie Andernach, behandelt. Eine nachsorgende Betreuung vor Ort gab es nicht.

Die Städte und Landkreise wurden beauftragt, diese Vor-Hilfe zu gewährleisten. Der Eifelkreis hat diese Aufgaben seinerzeit übernommen und mit der Planung und Steuerung der notwendigen Dienste und Einrichtungen begonnen. Erstmals wurde damals auch eine Psychiatriekoordination und ein sozial-psychiatrischer Dienst für die erkrankten Menschen eingerichtet. Die klinische Versorgung für Menschen mit seelischer Beeinträchtigung erfolgt durch das regional zuständige Krankenhaus Gerolstein, die medizinische Weiterbehandlung durch Fachärzte in der Region.

Ein weiterer sehr wichtiger Baustein der regionalen Versorgung ist die Bereitstellung von Wohnraum, die ambulante Begleitung durch aufsuchende Hilfe, die Tagesstrukturierung und die Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit seelischer Beeinträchtigung. Ziel all dieser Maßnahme ist es die Menschen in ihrem häuslichen Umfeld bedarfsorientiert zu versorgen, die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und Aufenthalte in Kliniken zu vermeiden.

Dazu wurde bereits 1996 mit den Barmherzigen Brüdern, Schönfelderhof als fachlich qualifizierter Träger der Wohlfahrtspflege im Bereich seelische Beeinträchtigung, eine Kooperation vereinbart. Die Einrichtung Schönfelderhof am Standort Zemmer blickte bereits auf eine lange Tradition und auf viel Erfahrung in der Betreuung dieser Menschen zurück und hatte sich – gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Bitburg-Prüm – bereits Gedanken zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben gemacht und entsprechende Konzepte erarbeitet.

In den folgenden Jahren wurden Wohnangebote in Neuerburg, Prüm, Speicher und Bitburg eingerichtet, gemeindepsychiatrische Betreuungszentren mit Tagesstätten gegründet und die aufsuchende Hilfe in der Fläche ausgebaut. Zudem wurde durch die Westeifel Werke auch eine Werkstatt für Menschen mit psychischer Behinderung in Weinsheim eingerichtet.

In den vergangenen 30 Jahren wurden nach und alle Aufgaben erfüllt, die in den gesetzlichen Vorgaben der 1990er Jahren enthalten waren. Die sozial-psychiatrische Versorgung in der Eifel ist gewährleistet und Klinikaufenthalte in Andernach wurden zur Ausnahme. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm blickt gemeinsam mit den Barmherzigen Brüder Schönfelderhof auf eine langjährige, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zurück. Mit dem nun aktualisierten Kooperationsvertrag wird die künftige Zusammenarbeit geregelt und den Vorgaben des Bundesteilhabegesetz Rechnung getragen.