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Modellprojekt Smart Cities - Eifelkreisverbindet

SmartCity EifelkreisverbindetDer Taxibus, der per App-Anforderung zum Wunschtermin in jedes Dorf kommt. Die einfache Erledigung aller Formalitäten beim Umzug mit nur einem Mausklick wie beispielsweise Adressänderung beim Einwohnermeldeamt, bei Post, Müllabfuhr oder Telefonanbieter. Das Bestellen von regionalen Lebensmitteln von örtlichen Erzeugern mit prompter Lieferung vom lokalen Laden bis an die Haustür. Solche und viele weitere digitale Lösungen sollen helfen, das Leben der Menschen zu erleichtern. Anwendungen dieser Art gibt es schon für große Städte und Metropolen. Sie sollen im Eifelkreis nun auch das Landleben digital unterstützen. Dafür stehen dem Eifelkreis für das Projekt „Eifelkreisverbindet“ ca. 15 Mio. Euro Projektmittel aus dem Topf „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesinnenministeriums und der KfW-Bankengruppe zur Verfügung.

Im Eifelkreis lässt es sich gut leben: innovative kreative Unternehmen, viel Natur, günstiges Wohnen, funktionierende Sozialstrukturen, wenig Kriminalität,... Doch der Landkreis mit dünner Besiedlung, kleinteiliger Siedlungsstruktur und weiten Entfernungen hat natürlich auch seine besonderen Herausforderungen. Diesen Rahmenbedingungen begegnet man in der Eifel seit jeher mit weitsichtigen Lösungen. Die Zukunft wird „bottom-up“ von den Bürgern mitgestaltet, ob beim integrierten Kreisentwicklungskonzept oder dem Zukunfts-Check Dorf.

Das Projekt „Eifelkreisverbindet“, für das der Eifelkreis in Kooperation mit den Verbandsgemeinden den Zuschlag aus der Bundesförderung „Modellpropjekte Smart Cities“ erhalten hat, wird hier weitere Brücken schlagen und Menschen, Dienstleistungen und Angebote digital unterstützt noch näher zusammen bringen.

Im Förderprojekt, das zunächst auf sieben Jahre angelegt ist, sollen zahlreiche Themenbereiche bearbeitet werden. Dabei stehen die Alltagsfragen der Menschen im Mittelpunkt. Die übergeordneten Handlungsfelder sind bereits im Kreisentwicklungskonzept des Eifelkreises verankert. Sinnvoll vernetzte digitale Daten sollen nun unterstützend dabei helfen, die identifizierten Aufgaben anzugehen. Angedacht – doch nicht abschließend vorgegeben – sind dabei Lösungen im Bereich E-Learning für die private oder berufliche Aus- und Weiterbildung, Online-Behördenservices oder ein gemeinsamer regionaler Online-Shoppingmarktplatz. Auch ein vernetztes Mobilitätsangebot aus ÖPNV, Mitfahrmöglichkeiten und Carsharing inklusive Ladeinfrastruktur soll hierüber in Echtzeit verfügbar sein. „Eifelkreisverbindet“ wird diese Projekte aufgreifen und noch viele weitere praktische Anwendungen integrieren.
Digitalisierung ist für den Eifelkreis kein Neuland. Gemeinsam mit der Toyota Mobility Stiftung hat man bereits die „Lokalhelfer“-Plattform entwickelt, über die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe vermittelt werden kann. Aktuell arbeiten die Kreisentwickler auch bereits an Projekten wie dem Digitalen Willkommenslotsen oder einer Vernetzungsplattform für Unternehmen mit integrierter Maschinenbörse.

Was den Projektinitiatoren der Kreisverwaltung besonders wichtig ist: Von Anfang an sollen Bürger, Unternehmen, Verwaltungen und weitere Fachexperten in den interkommunalen Prozess eingebunden werden. Workshops, Arbeitskreise, Koordinierungsgruppen und Digitalisierungsbeauftragte werden auf allen Ebenen – von Ortsgemeinde bis Landkreis – alltagstaugliche Ideen liefern, die in eine gemeinsame Struktur und digitale Plattform überführt werden. Dabei sollen keine unabhängigen Insellösungen entstehen. Vielmehr wird es darum gehen, die verschiedenen Anwendungen und Daten in einem „digitalen Ökosystems“, einer vernetzten Datenarchitektur, zusammen zu führen. So entsteht ein digitales Gesamtangebot, bei dem der Bürger sein Fahrzeug ummelden, ehrenamtliche Hilfe fürs Rasenmähen anfragen, ein E-Dorfauto buchen oder einen Online-Kurs bei einem regionalen Anbieter belegen kann. „Unser Projekt soll einen höchstmöglichen Nutzen und einfache Handhabung für alle Bürger bieten. Wir wollen den Alltag der Menschen sinnvoll unterstützen und nicht Digitalisierung des Digitalisierens wegen betreiben“, so Landrat Joachim Streit.

Hohen Wert legt man auch auf die Sicherheit des Systems und der in Deutschland gespeicherten Daten. Teile des Gesamtprojektes sollen nach der jeweiligen Fertigstellung immer wieder in Live-Tests auf ihre Praktikabilität überprüft werden. Dies soll unter Realbedingungen in einem „Living Lab“ – einem abgegrenzten Quartier geschehen, das den Experten als „lebendiges Labor“ dient. Ausgeschaut hat man sich hierfür das Bitburger Housing-Gelände, auf dem ein GreenTec-Campus mit vielfältigen innovativen Arbeits- und Wohnkonzepten entstehen soll.

Um diese komplexe Aufgabe wird sich ein neu zu gründendes Projektbüro kümmern. Sieben Fachleute mit Erfahrung in den zentralen Handlungsfeldern, in Projektmanagement, IT, Verwaltung oder auch Öffentlichkeitsarbeit sollen eingestellt werden und sich von 2021 bis 2027 der herausfordernden Aufgabe widmen. „Diese Aufgabe können wir nicht einfach so neben unserer Verwaltungsarbeit erledigen. Hier benötigen wir den Sachverstand von außen, am besten mit Bezug zum Landleben und idealerweise zum Eifelkreis!“, sagt Joachim Streit.

Der Landrat erwartet, dass das Projekt „Eifelkreisverbindet“ einen bedeutenden Schub in der Kreisentwicklung bringen wird. Auch in der Außenwirkung erhofft man sich positive Effekte. „Der Eifelkreis steht damit für eine innovative Form des Landlebens und zeigt Perspektiven für Talente auf.“ Menschen, Startups und Unternehmen außerhalb der Eifel sollen von der Innovationskraft der Region überzeugt werden – und erkennen, dass man hier auf dem Lande ein ausgezeichnetes Umfeld zum entspannten Leben und innovativen Arbeiten findet.


Infos zum Modellprojekt Smart Cities

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der „Smart Cities“?: „In einer smarten Stadt, bzw. Region werden Technologien und Daten verknüpft, um die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Standortqualität für die Unternehmen zu erhöhen und dabei weniger Ressourcen zu verbrauchen. Einwohnerinnen und Einwohner sind wesentlicher Teil der Entwicklungen und können Lösungen für den Alltag erarbeiten, testen und mitbestimmen.“
St.Gallen, September 2018

"Smart Cities" steht für die Entwicklung und sinnvolle Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene. Zur Förderung dieses Prozesses hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat Anfang 2020 zum zweiten Mal einen Konzeptwettbewerb ausgeschrieben. Im September 2020 wurden aus 86 Bewerbungen 32 Modellregionen bekanntgegeben, die – aufgestockt um die Mittel des Konjunktur- und Zukunftspakets – mit 820 Millionen Euro gefördert werden. Die Förderquote des Bundes liegt bei 90% – im Eifelkreis somit 13,9 Mio. Euro zur Finanzierung von Personal, Kompetenzaufbau und Investitionen. Den Rest des Gesamtprojektvolumens von 15,44 Mio. bringt der Kreis als Eigenanteil ein.

Neben 20 großen Städten wie München oder Hamburg werden auch ein Dutzend interkommunale Kooperationen und Landkreise gefördert. Als weiterer Landkreis in Rheinland-Pfalz freut sich der Kreis Mayen-Koblenz über den Zuschlag.

Das Förderprogramm ist auf sieben Jahre angelegt. In den ersten beiden Jahren soll eine umfassende Digitalstrategie entwickelt werden, die im Eifelkreis auf dem Kreisentwicklungskonzept aufbaut und dieses weiter entwickelt. Erste Umsetzungsprojekte können auch in dieser Phase bereits angegangen werden. Hierfür stehen bis zu einer Mio. Euro zur Verfügung.

In den folgenden fünf Jahren geht es um die konkrete Umsetzung der entwickelten Digitalstrategie und daraus hervorgegangener Maßnahmen.

www.smart-city-dialog.de

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/stadtentwicklung/smart-cities/smart-cities-node.html

https://www.kfw.de/stories/wirtschaft/innovation/?kfwmc=kfw-stories

 

 

 

 

 

 

 

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