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Kreisentwicklungskonzept

Mit dem Projekt des „integrierten Kreisentwicklungskonzepts“ betritt der Eifelkreis einen neuen Weg zur interdisziplinären und vernetzten Gestaltung der zukünftigen Entwicklung unter aktiver Beteiligung seiner Bürger.

 

Inhalt:

Eifel KEK 

Foto: Andreas Hein

Nach aktuellen Umfragen schätzt ein Großteil der Deutschen die Attraktivität ländlicher Regionen zum Leben. Das gilt auch ganz besonders für den Eifelkreis, wie eine Bürgerbefragung, die die Universität Trier 2016 durchgeführt hat, eindrucksvoll bestätigt. Die überwiegende Mehrheit der Bürger im Eifelkreis wohnt, lebt und arbeitet gerne hier!

Damit das auch so bleibt und sich die Lebensverhältnisse möglichst weiter verbessern, geht der Eifelkreis die Herausforderungen der Zukunft aktiv an. Besonders die Folgen des demographischen Wandels (d.h. eine alternde und schrumpfende Gesellschaft), des Strukturwandels in der Landwirtschaft und sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen und Verhaltensweisen, erfordern eine strukturierte Vorgehensweise und weitsichtige Planung auf Kreisebene.

Entsprechende fachbereichsübergreifende Initiativen werden im Amt für Kreisentwicklung gebündelt und bearbeitet.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat in der jüngsten Vergangenheit bereits viele Initiativen, Planungen und Projekte durchgeführt, um gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft und das Leben im Kreis zu schaffen. „Jede einzelne Initiative leistet einen wichtigen Beitrag für die zukünftige Kreisentwicklung. Langfristig kann jedoch nur ein gestaltendes, vernetztes Gesamtkonzept, gemeinsam mit den Orts- und Verbandsgemeinden, eine erfolgreiche Entwicklung sichern“, so Landrat Dr. Joachim Streit.

Mit dem Projekt des „integrierten Kreisentwicklungskonzepts“ betritt der Eifelkreis daher – unterstützt vom Innenministerium Rheinland-Pfalz (MdI) - einen neuen Weg zur interdisziplinären und vernetzten Gestaltung der zukünftigen Entwicklung unter aktiver Beteiligung seiner Bürger.

Auf diesem Weg hat sich der Eifelkreis erfolgreich für das Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beworben und ist als bundesweite Modellregion im Modellvorhaben anerkannt worden.

Motiv und Anlass

Der demografische Wandel und Strukturveränderungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen (Landwirtschaft, Einzelhandel, Gesundheitsversorgung) stellen auch den Eifelkreis vor große soziale, strukturelle, wirtschaftliche und bauliche Herausforderungen. Die Folgen einer älter werdenden Bevölkerung, des Fortzugs junger Menschen, der Migration und des Gebäudeleerstands in Ortskernen betreffen nahezu sämtliche kommunale Handlungsfelder: angefangen von der Kinder- und Jugendhilfe über allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen, Pflege und Teilhabe, Krankenhäuser, Rettungsdienste, Abfallentsorgung, Straßenerhaltung, Mobilität (ÖPNV) bis zur Verwaltung, Kulturarbeit, Wirtschaftsförderung und Tourismusentwicklung.

Die Herausforderungen haben Auswirkungen weit über die einzelne Gemeinde und quer durch alle Themenfelder. Es besteht ein hoher Bedarf an überörtlicher, integrierter und fachbereichsübergreifender Koordination von Projekten und Maßnahmen, mit denen der aktuellen Entwicklung begegnet wird. Der Landkreis ist daher aufgrund seiner Aufgabenstruktur und der Überörtlichkeit gefordert. Ein sinnvoller Gesamtansatz der Kommunalentwicklung sind Kreisentwicklungskonzepte.

 KEK Eifelkreis klein

 

Mit dem integrierten Kreisentwicklungskonzept (KEK) stellt die Kreisverwaltung in Kooperation mit Gemeinden, Wirtschaft, Bürgern und Politik eine Strategie für eine zukunftssichere Entwicklung im Kreisgebiet auf und wird diese umsetzen.

Der Eifelkreis wird dabei aus Fördermitteln des MdI finanziell unterstützt.

Ziel des KEK ist es,

  • sich systematisch mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auseinanderzusetzen
  • kritisch zu hinterfragen wo der Landkreis gut aufgestellt ist und wo weiterer Bedarf besteht
  • die Wechselwirkungen zwischen den Infrastrukturen (z.B. Schule, Mobilität, Gesundheitsversorgung) zu berücksichtigen
  • eine auf bestehenden Initiativen und Projekten aufbauende Anpassungsstrategie zu entwickeln und dabei weitere Initiativen anzustoßen
  • deren Umsetzung politisch und organisatorisch sicherzustellen und Zuständigkeiten festzulegen
  • Akteursnetzwerke zu bilden und zu vertiefen
  • das KEK flexibel und an aktuelle Entwicklungen angepasst fortzuschreiben.

Leitbildprozess

Mit dem KEK werden Leitlinien und Entwicklungsziele für den Eifelkreis erarbeitet.

  • Erarbeitung einer Vorstellung davon, wohin sich der Landkreis entwickeln soll; Leitbildprozess zur Skizzierung eines künftigen Entwicklungsziels
  • Integriert, überörtlich, sektoren- übergreifend und kooperativ gemeinsam mit den kreisangehörigen Gemeinden/Verbandsgemeinden und in Kooperation mit Wirtschaft, Bürgern und Zivilgesellschaft
  • Initiierung von konkreten Projekten

-> Entwicklungskorridor für zukünftige Teil- und Fachplanungen

KEK Eifelkreis 2

Ziele werden dabei für unterschiedlich konkrete „Hierarchieebenen“ identifiziert. Die einzelnen Ebenen bauen inhaltlich aufeinander auf, unterscheiden sich aber im Maß der Konkretisierung: Vom eher allgemeinen „Leitbild“ bis zum sehr konkreten Ziel für einzelne Projekte und Maßnahmen.

KEK Eifelkreis 3

Quelle: frei nach vhw & „dieraumplaner“: Veranstaltung „Integrierte Entwicklungskonzepte“, Mainz 2016

Das KEK wird zentral über das Projektmanagement im Amt 04 - Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung, Kreisstraßenbau, Denkmalschutz der Kreisverwaltung erarbeitet. Der eigens vom Kreistag gegründete „Ausschuss für Kreisentwicklung“ übernimmt die übergeordnete Steuerung des Projektes.

Bevölkerungsbefragung

In einem ersten Schritt wurde durch die Universität Trier eine breit angelegte schriftliche Haushaltsbefragung im Eifelkreis durchgeführt. Angeschrieben wurden 5000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren. Insgesamt haben sich davon etwa 30% an der Befragung beteiligt.

Kreisentwicklung gestalten

KEK Foto5

 

Besonders wichtig sind den Bürgern die Themen:

  • Medizinische Versorgung
  • Nahversorgung
  • Wohnen
  • Mobilität
  • Internet, Breitbandausbau und online-Plattformen und
  • Ehrenamt, bürgerschaftliche und kommunale Dienstleistungen

Bürger- und Verwaltungsworkshops

Neben der schriftlichen Bürgerbefragung werden die Bürgerinnen und Bürger auch weiter aktiv in den Prozess einbezogen und können so die zukünftige Entwicklung im Eifelkreis aktiv mitgestalten.

Mit fünf öffentlichen Regionalkonferenzen auf Ebene der Verbandsgemeinden wurde den Bürgern frühzeitig die Möglichkeit geben, sich an den wegweisenden und rahmengebenden Planungen und Projekten zu beteiligen. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger hatten dabei die Möglichkeit, Ihre Meinungen zu den Handlungsfeldern Lebensqualität, Versorgung und Mobilität einzubringen und entsprechende Stärken und Schwächen zu benennen. Anregungen und Vorschläge können auch per Mail eingereicht werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Im Rahmen von Workshops innerhalb der Verwaltung wurden weitere Themen und Handlungsfelder identifiziert.

Handlungsfelder und Entwicklungsziele

Als Ergebnis der bisherigen Bestandsanalyse, Bürgerbeteiligung und Fachgespräche innerhalb der Verwaltung und mit externen Akteuren wurden (zum Stand 01.06.2017) drei strategische Entwicklungsziele und 20 Handlungsfelder im Eifelkreis identifiziert:

KEK Entwicklungsziele

In vielen Handlungsfeldern, die im bisherigen Prozess des integrierten Kreisentwicklungskonzeptes erarbeitet wurden, wurden durch die Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern und Fachleuten bestätigt. Genannt wurden hier insbesondere der Breitbandausbau, Mobilitätsverbesserungen (u.a. durch das ÖPNV-Konzept Nord), Sicherung der Bildungsstandorte und in allen Verbandsgemeinden die Sicherung der ärztlichen Grundversorgung als wichtigem Standortfaktor.

Als Vorschlag für neue Themenfelder wurde zum Beispiel der Bereich Digitalisierung als eigenständiges Handlungsfeld geäußert. Denn letztendlich bedeute Digitalisierung mehr, als den reinen Ausbau der Infrastruktur und werde zukünftig fast alle Lebensbereiche auch in unserem Kreis und damit auch Handlungsfelder im Sinne des KEK betreffen.

Ein weiterer Vorschlag ist die Verstärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, nicht nur im Tourismus, sondern auch in den Bereichen Mobilität, Kultur, Landwirtschaft und Naturschutz.

Die Ergebnisse der Regionalkonferenzen werden analysiert und in den Prozess der Priorisierung von Themen und Handlungsfeldern einfließen. Letztendlich bilden sie einen wichtigen Baustein bei der Erarbeitung der zukünftigen Rahmenvorgaben für die erfolgreiche Entwicklung im Eifelkreis, im Konsens mit Politik, Verwaltung und eben den Bürgerinnen und Bürgern.

Die einzelnen Handlungsfelder sind mit konkreten Zielen unterlegt. Doch damit nicht genug: Im weiteren Prozess werden in den Handlungsfeldern konkrete Projekte und Maßnahmen angestoßen, die Ihren Beitrag zur Erreichung des Gesamtziels und übergeordneten Leitbilds leisten.

Ein wesentlicher Schritt im weiteren Prozess wird dabei sein, aus der Fülle der identifizierten Handlungsfelder und möglicher Projekte und Maßnahmen, die wesentlichen für eine gute Entwicklung des Eifelkreises Maßnahmen herauszufiltern. Die entsprechende Priorisierung wird im weiteren Prozess in enger Abstimmung mit den Gemeinden, Verwaltungen und politischen Gremien vorgenommen.

Zuständig

Arbeitgebermarke Eifel Region Trier  Leader  Familienportal Eifelkreis  Zukunftsinitiative Eifel  Baukultur Eifel

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