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Fischerei, Infoveranstaltung am 16. Oktober 2017

Anlässlich einer Informationsveranstaltung der Unteren Fischereibehörde im Oktober trafen sich im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm über 90 interessierte Zuhörer. In Vertretung von Landrat Dr. Streit begrüßte Geschäftsbereichsleiterin Andrea Fabry die anwesenden interessierten Fischer, Behörden-, Verbands- und Vereinsvertreter. Kreisfischereiberater Herbert Schneider und Amtsleiter Rudolf Heck führten durch die Veranstaltung.

Herr Lothar Kroll vom Landesumweltamt in Mainz zeigte in seinem Vortrag die Bestandsentwicklung der Fischarten in Rheinland-Pfalz und in der Eifel auf. Der Wels verzeichne unter kurzfristiger Bestandsbetrachtung (Zeitraum von 10 Jahren) einen Zuwachs. Eine stabile Population sei bei Steinbeißer und Bachforelle gegeben. Allerdings könne dieser nur durch Renaturierungsmaßnahmen an den Gewässern beibehalten werden. Es erging der Hinweis an die Fischer, keinen Besatz mit der Regenbogenforelle vorzunehmen, da diese kein heimischer Fisch ist und die natürlich vorkommende Bachforelle verdränge. Bei Besatzmaßnahmen sollten Bachforellen-Setzlinge aus dem Rheineinzugsgebiet in unsere Eifler Gewässer eingebracht werden. Bei Aal, Rotfeder, Äsche, Barbe und Nase handelt es sich um Fischarten, deren Bestand sich verschlechtere. Herr Kroll appellierte an eine vernünftige fischereiliche Bewirtschaftung, d.h. natürliches Fischarten-Vorkommen, Besatz und Fischfang müssen miteinander im Einklang stehen. Eine Produktionssteigerung lasse sich nicht einfach durch Besatzmaßnahmen erreichen.

Herr Fulgor Westermann vom Landesumweltamt informierte über die Gewässerbelastungen und den ökologischen Zustand von Fließgewässern in der Eifel. Die Gewässer ließen sich aufgrund des ökologischen und des chemischen Zustandes bewerten. Durch die Auswertung der Artenliste (sog. Makrozoobenthos) lasse sich der ökologische Zustand bewerten. Je vielfältiger und artenreicher, desto besser sei der Gewässerzustand. Störzeiger deuten jedoch auf eine intensive Nutzung des Gewässers hin. Der ökologische Zustand der Gewässer in der Eifel wurde als überwiegend gut bis mäßig dargestellt. An einigen Gewässerabschnitten sei der Zustand aber unbefriedigend bis schlecht. Dies hänge mit der Belastung unser Gewässer zusammen: Kläranlagen, Mischwassereinleitstellen, Direkteinleiter (z.B. Betriebe), landwirtschaftliche Nutzung (Ackernutzung bis Uferkante, Überdüngung, Havarien), stoffliche Einflüsse und eine defizite Gewässerstruktur (z.B. durch Nutzung Wasserkraft). Allerdings könne der Mensch diesen ökologischen Zustand der Gewässer nachhaltig gestalten bzw. verbessern.

In seinem Vortrag zum Thema „Gewässerqualität/-chemie der heimischen Fließgewässer“ stellte Dr. Klaus Wendling vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung, und Forsten die Entwicklung der heimischen Gewässer in Bezug auf die Entwicklung von Abflussmengen und Wassertemperaturen im Verlaufe der letzten Jahre und den chemischen Gehalt dar. Abflussmengen und Wassertemperatur schwankten jährlich und spiegelten die klimatische Entwicklung wieder. Der Phosphor-Gehalt in unseren Gewässern sei in den letzten Jahrzehnten rückläufig. Grund hierfür sei auch der Kläranlagenausbau. Phosphor trage zur Algenbildung und somit zur weiträumigen Verschlechterung des Gewässers bei. Ferner schädigten Pflanzenschutz- und Arzneimittel die heimischen Gewässer insbesondere bei Steigerung der Belastung der Gewässer durch Abwasser. Gewässer wie die Enz, Sauer, Nims, der Spanger Bach seien sehr nitrathaltig und zeigten hier die schlechtesten landesweiten Ergebnisse.    

Hiernach referierte Herr Lothar Kroll zum Thema „Fischereiaufsicht in Rheinland-Pfalz“. Es ergingen diverse praktische Hinweise an die Fischereiaufseher in Bezug auf das Durchführen von Kontrollen. Wünschenswert sei eine Vernetzung untereinander, die Erweiterung der Aufgaben und Befugnisse durch den Gesetzgeber und das Durchführen regelmäßiger Fortbildungsveranstaltungen.

An die Vorträge schloss sich eine intensive Diskussionsrunde an. Kreisfischereiberater Herbert Schneider bedankte sich für die rege Teilnahme und dankte auch den Referenten für die ausführlichen und interessanten Vorträge. Die Power-Point-Präsentationen stehen Ihnen hier zum download zur Verfügung.

Zuständig

  • Heck, Rudolf

    Amtsleiter

    Tel.: 06561 15-3270
    Kontaktformular
  • Stoll, Thomas

    Allgemeine Veterinärverwaltung, Untere Fischereibehörde

    Tel.: 06561 15-3071
    Kontaktformular

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