Menu

Sie sind hier: Pressemitteilungen

Lage im Eifelkreis Bitburg-Prüm / Update 15.07.2021

++ 15.07. / 13:30 Uhr ++

Inzwischen werden weitestgehend sinkende Flusspegel im Eifelkreis gemeldet. Dennoch ruft der Katastrophenschutz zu besonderer Vorsicht in Nähe zu Gewässern auf. Aktuell sind mehrere Orte im Eifelkreis nicht erreichbar; Hilfskräfte der Bundeswehr sind mit Spezialfahrzeugen auf dem Weg in das Kreisgebiet.

Der Bitburger Stausee in Biersdorf hat inzwischen wieder den normalen Pegel des Sommerstaus erreicht. Die Einsatzleitung des Katastrophenschutzes versichert den Bürgern in den Gemeinden Wiersdorf, Wißmannsdorf, Brecht, Oberweis und Bettingen, dass die Staumauer nicht zu brechen droht, wie vereinzelt berichtet wurde. Es wird weiterhin Wasser kontrolliert abgelassen, um den Pegel des Sees konstant zu halten.

Ein Rettungseinsatz in Waxweiler konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. Hierbei wurden drei Personen mittels Hubschrauber und eine weitere Person mit einem Kran gerettet.

In Prüm muss die Feuerwehr zusätzlich zur Hochwasserlage seit dem frühen Morgen einen Hallenbrand in der Prümtalstraße bekämpfen. Das Gebäude konnte zunächst wegen des Wassers nicht erreicht werden.

Die Kreisverwaltung ruft Bürger, die ihre Hilfe anbieten möchten, dazu auf, vorrangig nach ihren Nachbarn zu schauen und sich an die örtliche Feuerwehr zu wenden.

 

++ 15.07. / 12:45 Uhr ++

Stromausfälle im Eifelkreis:
Anlagen zur Stromversorgung des Verteilnetzbetreibers Westnetz sind von Überflutungen betroffen. Aus Sicherheitsgründen werden diese Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet. Wenn zudem Umspannanlagen ausfallen, kann es zu großflächigen und länger andauernden Störungen kommen. Wie die Westnetz GmbH mitteilt, kommt es daher aktuell im Eifelkreis Bitburg-Prüm zu großflächigen Versorgungsunterbrechungen.

Westnetz ist mit erhöhtem Bereitschaftspersonal im Einsatz, um die Anlagen zu überprüfen, wo nötig abzuschalten und wenn möglich die Versorgung über andere Leitungen aufzubauen. Dort wo abfließendes Wasser und sinkende Pegelstände es zulassen, baut das Energieunternehmen die Stromversorgung sukzessive wieder auf. Beim Wiederaufbau der Versorgung kann es durch Netzumschaltungen zu temporären Stromausfällen kommen. Die Arbeiten und Erreichbarkeit der Stromanlagen werden zum Teil durch überflutete Straßen erschwert. Mehr als 100 Mitarbeiter sind derzeit im Dauereinsatz.

 

++ 15.07. / 10:30 Uhr ++

In einer heute stattgefundenen Abstimmung zwischen dem Kreisbeigeordneten Rudolf Rinnen, dem BKI Jürgen Larisch und der Verwaltung wurden erste Erkenntnisse zur Lage zusammengetragen. Es gilt weiterhin der Katastrophenfall mit höchster Warnstufe 5 für den Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Bei der Vielzahl an Gefährdungs- und Schadensereignsissen hat die Rettung von Menschenleben sowie die Sicherung von Hab und Gut absolute Priorität.

In der zurückliegenden Nacht konnten in der Ortsgemeinde Messerich drei Helfer (2 Mitarbeiter des THW, 1 Mitarbeiter der Feuerwehr) nach fünfstündigem Kampf mittels einer Baggerschaufel gerettet werden. Zuvor haben sie selbst eine sechsköpfige Familie gerettet und sich dabei selbst in akute Lebensgefahr begeben.

In der Ortsgemeinde Brecht ist ein Wohngebäude eingebrochen; zwei Bewohner konnten sich auf den Resten eines Daches in Sicherheit bringen. Drei Personen befinden sich noch in der Ortsgemeinde Waxweiler in einer Notlage. In einem Wohngebäude in der Ortsgemeinde Echtershausen ist es zu einer Gasexplosion gekommen; das Haus ist einsturzgefährdet.

Im Kreisgebiet sind mindestens drei Brücken zerstört, so im Bereich Speicher/Speicherer Bahnhof sowie in Bettingen. Zahlreiche weitere Brücken befinden sich in einem kritischen Zustand und werden vom LBM überprüft (u.a. Wißmannsdorf, Holsthum, Prümzurlay oder Auw a.d. Kyll). Vielerorts muss angesammeltes Treibgut beseitigt oder gar gesprengt werden, um ein zügiges Abfließen des Wassers zu ermöglichen. Insbesondere die Erreichbarkeit der Stadt Speicher stellt sich derzeit als sehr problematisch dar.

Insgesamt waren rund 1.000 Kräfte aus dem Eifelkreis im Einsatz. Nachgeordert wurden unter anderem Kräfte aus Gelnhausen, der Pfalz, Kaiserslautern, St. Ingbert, Saarwellingen sowie der Air Base Spangdahlem. Inzwischen wurde ein drei-Schicht-Betrieb im Katastrophenschutz eingerichtet.

Zum derzeitigen Stand liegen keine Informationen zu verletzten oder vermissten Personen vor.

Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass im weiteren Verlauf des Tages weitere starke Regenmengen von 50 bis 60 l/m2 erwartet werden. Zudem besteht insbesondere in den südlichen Kreisgebieten die Gefahr, dass außerhalb der Flußbette angestautes Wasser auszudringen droht; dies kann zu weiteren Überflutungen führen.

Der Scheitelpunkt der Fließgewässer wurde im nördlichen Kreisgebiet noch in der Nacht erreicht. Weiter südlich werden die Höchststände am Vormittag bzw. gegen Mittag erwartet.

Experten sind um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung bemüht. Die Bürger werden dazu aufgerufen, Wasser vorübergehend nicht unnötig zu verbrauchen (Waschmaschine etc.), auch um die Abwassersituation nicht zusätzlich zu belasten.

Wegen der hochgefährlichen Verkehrssituation - u.a. drohen Straßenzüge abzurutschen - wurde festgelegt, dass ebenfalls am morgigen Freitag alle Schulen und KiTas im Eifelkreis geschlossen bleiben. Bus- und Bahnverkehr können nur sehr eingeschränkt erfolgen.

Mindestens 75 Straßen sind derzeit nicht befahrbar. Eine vorläufige Übersicht wurde unter www.bitburg-pruem.de veröffentlicht. Die Übersicht ist unvollständig, da die Straßenmeistereien zum Teil nicht erreichbar sind.

Weitere Erkenntnisse veröffentlicht die Kreisverwaltung im Laufe des Tages.

 

++ 15.07./8:00 Uhr ++

Bedingt durch den Dauerregen am 14.7. kam es im gesamten Eifelkreis zu zahlreichen Einsätzen. Hierbei wurden mit Stand heutemorgen 5:00 Uhr ca. 2500 Einsätze im Bereich Bitburg-Prüm registriert. In der VG Prüm wurden zeitweise bis zu 40 Einsätze gleichzeitig gemeldet.

Aufgrund der hohen Anzahl mussten die Einsätze priorisiert werden. Hierbei stand und steht selbstverständlich die Rettung von Menschen aus lebensbedrohlichen Lagen an oberster Stelle.

Um der immensen Zahl der Einsätze Herr zu werden, befinden sich verschiedene Hilfsorganisationen aus dem gesamten Südwesten von Rheinland-Pfalz und dem benachbarten Saarland im Einsatz. Auch private Unternehmen und Einsatzkräfte aus Belgien und Luxemburg unterstützen die Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten.

Aufgrund eines teilweisen Notrufausfalls im Kreisgebiet werden die Feuerwehrgerätehäuser in den betroffen Orten besetzt, um die Meldungen der Bevölkerung entgegenzunehmen. Alternativ kann die Polizeidienststelle Trier unter 0651-9779-0 angerufen werden.

Schulen und Kindergärten bleiben heute geschlossen. Menschen werden aufgefordert, wenn möglich ihre Wohnungen nur in dringenden Fällen zu verlassen. Die Pegel können teilweise noch ansteigen.

Am frühen Morgen konnten drei THW-Helfer, die über längere Zeit auf dem Dach Ihres Fahrzeugs ausharren mussten, da sie von Wasser umschlossen waren, mit schwerem technischen Gerät gerettet werden.

Über aktuelle Ereignisse im Eifelkreis wird auf dem Twitter Account: @PuMa_rlp informiert.


Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, 15.07.2021

Arbeitgebermarke Eifel Region Trier  Leader  Familienportal Eifelkreis  Zukunftsinitiative Eifel  Baukultur Eifel

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.