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Konzept zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Raum Neuerburg

 Der Eifelkreis Bitburg-Prüm beauftragt nach der angekündigten Schließung des Neuerburger Krankenhauses das Kölner Institut FOGS mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im Raum Neuerburg. Dies teilten Landrat Dr. Joachim Streit und die Erste Kreisbeigeordnete Monika Fink, MdL im Rahmen einer Sitzung des bei der Kreisverwaltung gebildeten Arbeitskreises zur "medizinischen Grundversorgung" mit. Die Konzepterstellung wird sowohl vom Land als auch von der Marienhaus Kliniken GmbH finanziell unterstützt.

Der Arbeitskreis bei der Kreisverwaltung beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit dem drohenden Ärztemangel auf dem Land und hat hier eine Reihe von innovativen Ansätzen und Maßnahmenvorschlägen erarbeitet, die jetzt sukzessive angegangen werden sollen. Das Büro FOGS erarbeitete für den Eifelkreis in den letzten zwei Jahren die Pflegestruktur- und Teilhabeplanung. FOGS verfügt deshalb über gute Kenntnisse der Versorgungsstrukturen im Eifelkreis, wodurch die Beteiligten hoffen, für die Planung in Neuerburg Synergien ausnutzen zu können. "Da wir auf Kreisebene schon Strukturen mit den maßgeblichen Akteuren aufgebaut haben, lag es nahe, uns jetzt auch in die Lösung der Versorgungsfrage in Neuerburg einzubringen", so Kreisbeigeordnete Monika Fink.

Zum Klinikverbund Marienhaus Klinikum Eifel in Trägerschaft der Marienhaus Unternehmensgruppe Waldbreitbach gehören die Krankenhäuser in Bitburg (Marienhaus Klinkum Eifel), in Gerolstein (St. Elisabeth) und in Neuerburg (St. Josef). Gemeinsam behandeln die drei Krankenhäuser jährlich etwa 18.000 Patienten. Die Marienhaus Kliniken GmbH hat nun Ende Januar 2014 die Schließung des St. Josef Krankenhauses in der Stadt Neuerburg zum 30. Juni 2014 angekündigt.

Das Unternehmen begründet die beabsichtigte Schließung im Wesentlichen mit der fehlenden wirtschaftlichen Perspektive für das kleine Krankenhaus und mit der zunehmenden Schwierigkeit, Fachärzte für den Standort zu gewinnen. Durch die Schließung des Krankenhauses wäre auch die Existenz bislang mit dem Krankenhaus kooperierender Facharztpraxen am Standort Neuerburg akut gefährdet.

"Ein Wegbrechen der bislang vorhandenen Versorgungsstrukturen in dem zu befürchtenden Umfang würde dazu führen, dass die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr befriedigend erfüllt werden könnten und die wohnortnahe medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet wäre", so Landrat Dr. Joachim Streit.

Es sei daher, so der Landrat, dringend geboten, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, den Menschen im Raum Neuerburg auch zukünftig eine angemessene Versorgung zu garantieren.

Vom Kölner Büro FOGS soll deshalb gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz, der Kassenärztlichen Vereinigung, den Leistungsträgern (insbesondere der AOK), der niedergelassenen Ärzteschaft, dem Marienhaus Klinikum Eifel, den Verantwortlichen des Eifelkreises Bitburg-Prüm, der Verbandsgemeinde Neuerburg und der Stadt Neuerburg ein Konzept erarbeitet werden, wie zukünftig die medizinisch-pflegerische Versorgung in der Region sichergestellt bzw. weiterentwickelt werden kann.

Das Konzept läuft unter dem Arbeitstitel "Gesundheitszentrum Neuerburg" und soll eine am Bedarf und den Krankheitsbildern orientierte, gute und zweckmäßige ambulante, stationäre und pflegerische Versorgung der Patienten in der Region Neuerburg sicherstellen.
Landrat Dr. Streit und Kreisbeigeordnete Fink: "Es freut uns sehr, dass auch die AOK und die Kassenärztliche Vereinigung mit am Tisch sitzen. Das ist neu und gibt uns Zuversicht, ein gutes Ergebnis zu erzielen."

Auch der Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm hat sich in seiner jüngsten Sitzung am 24. März mit der angekündigten Krankenhausschließung befasst. Dem Gremium lag folgende Resolution zur Beschlussfassung vor (bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob der Kreistag dem Beschlussvorschlag der Verwaltung gefolgt ist):

"Der Kreistag bedauert sehr, dass die Marienhaus Kliniken GmbH aus Kostengründen beabsichtigt, das Krankenhaus Neuerburg zu schließen. Der Kreistag fordert die Trägergesellschaft auf, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken und die selbst gesetzte Schließungsfrist bis zum 30.06.2014 in jedem Falle zu verlängern.

Der Kreistag teilt die großen Sorgen der Bürgerinnen und Bürger, der politischen Gremien, des Krankenhausfördervereins und weiterer Initiativen hinsichtlich einer bedarfsgerechten Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Raum Neuerburg.

Der Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm fordert die Landesregierung, die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland und alle weiteren Entscheidungsträger auf, unter Führung der Marienhaus Kliniken GmbH alle Möglichkeiten auszuschöpfen, eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Der Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm fordert die Entscheidungsträger auf, die Bemühungen um ein angemessenes Versorgungskonzept positiv zu begleiten und zu unterstützen."

Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, 24.03.2014

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