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Blauzungenkrankheit (BTV-3) 
Informationen zur Seuchenlage und Impfung

Das Blauzungenvirus wird durch blutsaugende Mücken übertragen und tritt saisonal verstärkt zwischen Frühjahr und Herbst auf. Im September 2023 trat erstmals das Blauzungenvirus des Serotyps 3 8BTV-3 bei Schafen in den Niederlanden auf. Während bei Rindern eher milde klinische Symptome auftraten, teilweise jedoch deutliche Leistungsrückgänge verzeichnet wurden, starben über 50.000 Schafe und Ziegen bzw. mussten euthanasiert werden.

Anschließend fand eine schnelle Ausbreitung des Virus über das ganze Land statt und im Oktober 2023 wurde das Virus erstmals bei Schafen in Deutschland (NRW) festgestellt. Zurzeit sind in Deutschland NRW, Niedersachsen und Bremen Blauzungensperrgebiet. Durch die nun wärmer werdenden Tage ist davon auszugehen, dass sich das Virus auch innerhalb Deutschlands weiterverbreitet.

Impfung
Ein zugelassener Impfstoff gegen BTV-3 ist zurzeit noch nicht verfügbar. Es besteht nun jedoch die Möglichkeit der Anwendung eines autogenen Impfstoffs (ähnlich dem früheren „bestandsspezifischem Impfstoff“). Autogene Impfstoffe müssen für die jeweils zu impfenden Tiere eines Betriebs bestellt und abgefüllt werden. Von der Verschreibung durch die Tierärztin bzw. den Tierarzt bis zur Impfung der Tiere vergehen etwa sechs bis acht Wochen. Die Herstellungserlaubnis eines Herstellers in Niedersachsen liegt nunmehr vor, sodass tierärztliche Verschreibungen an die Herstellungsfirma gesendet werden können.

Dokumentation der Impfung in HI-Tier
Um die Nachvollziehbarkeit der durchgeführten Impfungen gewährleisten zu können, sollen die Impfungen in der HI-Tier-Datenbank (www.hi-tier.de) von der verschreibenden bzw. impfenden Tierarztpraxis eingetragen werden. Der vom Land Rheinland-Pfalz und der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz gewährte Impfzuschuss kann nur bei in HIT eingetragenen Impfungen bearbeitet und gewährt werden.

Verbringungen
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass der Einsatz von autogenen Impfstoffen keine Möglichkeit eröffnet, BTV-3 empfängliche Tiere ohne vorherige PCR-Untersuchung und Behandlung mit Repellentien in freie Zonen (d.h. außerhalb des Blauzungensperrgebietes) zu verbringen. Entsprechende Handelserleichterungen sind demnach nicht zu erwarten.

Im Vordergrund steht der Schutz der empfänglichen Tiere vor ernsthaften Erkrankungen und dem Tod (v.a. bei den Tierarten Schaf und Ziege).

Eine Impfung BTV-3-empfänglicher Tiere ist rechtlich nicht verpflichtend vorgeschrieben. Sobald ein zugelassener Impfstoff verfügbar ist, darf der autogene Impfstoff nicht mehr zum Einsatz kommen.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Amtstierärzte gerne zur Verfügung:
Tel.: 06561/15-5323 oder -5322, E-Mail: veternaeramt@bitburg-pruem.de