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Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung am 8. März
2010 mit großer Mehrheit (bei zwei Enthaltungen der FDP und einer
Gegenstimme durch "Die Linke") den Haushaltsplan 2010 beschlossen. Im Vergleich zum Jahr 2009 hat
sich die Situation deutlich verschlechtert. Das Werk ist gekennzeichnet
durch wegbrechende Einnahmen und steigende Ausgaben insbesondere im
Sozialbereich. Zum Haushaltsausgleich fehlen 6,4 Mio. Euro. Und dabei
ist schon berücksichtigt, dass die Kreisumlage um 1,9 Punkte ansteigen
wird. Ohne diesen Schritt wäre das Defizit nochmals um etwa 1,5 Mio.
Euro höher ausgefallen. So stand dann auch die Erhöhung der Kreisumlage
im Blickpunkt des Geschehens. Dieser "Solidarpakt" verlange den 235
Gemeinden Substantielles ab, da ihnen parallel wegen einem
deutlichen Rückgang der Steuergrundlagen selbst weitere Verluste
drohten, so Landrat Dr. Streit. Und so folgten die Mitglieder
aller Kreistagsfraktionen dem Vorschlag des Kreischefs in der jüngsten
Sitzung auch nicht, darüber hinaus bereits zum heutigen Zeitpunkt auch
die Umlage für 2011 um weitere zwei Punkte auf 41 Prozent und für 2012
auf 43 Prozent zu erhöhen, auch wenn diese Entwicklung nahezu absehbar
scheint.
Denn mit Blick auf den Zuschussbedarf im Bereich Soziales und Jugend
von etwa 30 Mio. Euro, einem Zuschussbedarf von rund 6 Mio. Euro bei
der Schülerbeförderung sowie notwendiger Investitionen in den Bereichen
Schulen und Straßenbau waren fast unisono alle Kreistagsmitglieder mit
dem Landrat der Ansicht, dass es keinen Spielraum für Sparpotenziale
mehr gäbe. Allein im laufenden Jahr 2010 wird der Kreis Investitionen
in Höhe von 25 Mio. Euro schultern, von denen alleine 15 Mio. Euro die
Schulsanierungen betreffen. Um diesem öffentlichen Auftrag gerecht zu
werden, nimmt der Kreis Investitionskredite in Höhe von 14,1 Millionen
Euro auf, und deckt laufende Kosten in 2010 mit Liquiditätskrediten von
3,4 Mio. Euro.
In den Erläuterungen zum Haushaltsplan hat die Verwaltung auf die
desolate Finanzlage der rheinland-pfälzischen Landkreise hingewiesen.
Insgesamt - auch im Ländervergleich und im Verhältnis zu den anderen
Gebietskörperschaftsgruppen im Land - hat sie sich dramatisch
verschlechtert. Seit nunmehr 20 Jahren in Folge verzeichnen die
rheinland-pfälzischen Kommunen per Saldo Defizite; der Eifelkreis
Bitburg-Prüm bildet hier keine Ausnahme. Die Liquiditätskredite sind
bei den Kreisen seit dem Jahr 2000 um das 20-fache auf fast eine
Milliarde Euro angewachsen; Tendenz weiter stark ansteigend. Die
Steuereinnahmen der rheinland-pfälzischen Kommunen sind hingegen im
Ländervergleich um ca. 15 Prozent unterdurchschnittlich.
Für die kommenden Jahre wird sich der Finanzbedarf weiter deutlich
erhöhen. Ohne eine grundlegende Änderung in der Finanzausstattung werde
sich die dramatische strukturelle Unterfinanzierung des Kreishaushaltes
auf absehbare Zeit nicht bessern, so Landrat Dr. Streit. Nicht nur,
dass ein Ausgleich des Finanzhaushaltes künftig unmöglich erscheine,
rücke auch ein Ausgleich des Ergebnishaushaltes in noch weitere Ferne.
Der Vermögensverzehr schreite deutlich voran. Mit Defiziten in den
Ergebnishaushalten der kommenden Jahre zwischen 6 und 8 Mio. Euro, wäre
das Eigenkapital bereits in gut 12 Jahren aufgezehrt, mahnte der
Kreischef. Angesichts der dramatischen Finanzlage der Kommunen müsse
man den Mut haben, "in neuen Systemen zu denken", so Dr. Streit in
Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehrheit des Kreistages. Denkbar,
effektiv und wünschenswert wäre beispielsweise ein direktes
Zugriffsrecht auf Steuern, in dem es nach wie vor eine Grundumlage
gäbe, bei der je ein Drittel der Steuereinnahme bei der Gemeinde, der
Verbandsgemeinde und dem Kreis verblieben. Aufgaben, die der Kreis
darüber hinaus für die Gemeinden übernähme, sollten über ein eigenes
Heberecht direkt vom steuerzahlenden Bürger finanziell mitgetragen
werden. Welche Option faktisch auch immer zum Tragen kommt, eine Reform
scheint unumgänglich.
Um auf die desolate Finanzsituation der Gemeinden hinzuweisen, haben
die im Kreistag vertretenen Fraktionen daher auf Antrag der CDU eine
Resolution verabschiedet, in der Bund und Land dringend aufgefordert
werden, die Finanzausstattung der Kommunen zu reformieren.
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